12 Umarmungen am Tag

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Diese Übung entspringt einem Zitat der Psychologin Virginia Satir: „Wir brauchen 4 Umarmungen pro Tag zum Überleben. 8 Umarmungen pro Tag, um uns gut zu fühlen und 12 Umarmungen pro Tag zum innerlichen Wachsen.“ Was Virginia Satir so salopp in der oft zitierten Aussage beschreibt, ist – wenngleich die Zahlen als solche nicht belegt sind – inzwischen in vielen wissenschaftlich Studien begründet. Körperkontakt und positives Sozialverhalten, also auch Umarmungen, spielen eine wichtige Rolle für unser Wohlbefinden. Umarmungen haben einen enormen Effekt auf unsere Kommunikation, unser Selbstbewusstsein, unser Wohlbefinden und wirken stimulierend auf unser Hormon- und Immunsystem.

Für die Kommunikation sind Umarmungen großartige Hilfsmittel, um uns nonverbal einer anderen Person gegenüber ausdrücken zu können. Ein wunderbarer Nebeneffekt ist, dass sich der Empfänger der Umarmung durch diese geliebt fühlt. Was daraus entsteht ist wie der Flügelschlag eines Schmetterlings eine Kettenreaktion. Denn der Empfänger selbst wird immer offener dafür, die umarmende Geste gerne an andere weiterzugeben.

Umarmungen stärken das Selbstwertgefühl, besonders auch bei unseren Kindern. Sie zeigen uns, dass wir geliebt werden, dass wir besonders sind. Im Hinblick auf den Felt Sense bleiben die Umarmungen, die wir von Eltern, Geschwistern und Freunden in der Vergangenheit erhielten, auf zellulärer Ebene ein fester Bestandteil von uns, sodass uns Umarmungen heute noch, im Erwachsenenalter, auf der körperlichen Wahrnehmungsebene daran erinnern. So schenken sie uns die Möglichkeit, uns mit unserer Fähigkeit zur Freundschaft zu uns selbst zu verbinden.

Während einer Umarmung entsteht zudem Druck auf das Brustbein. Das Solar Plexus Chakra wird stimuliert und beeinflusst weiterführend unsere Thymusdrüse in ihrer Aktivität. Diese wiederum reguliert die körpereigene Produktion weißer Blutzellen, die uns gesund halten.

Umarmungen führen zu einem Zugehörigkeitsgefühl, zu positivem Sozialverhalten, zu Bindung. Bindung fördert die Produktion eines uns als Kuschelhormon geläufigen Neurohormons, dem Oxytocin. Umso mehr Oxytocin wir produzieren, desto eifriger reduziert das Nervensystem den Aufbau unserer Stress-Hormone. Das bedeutet, wir werden durch Oxytocin gelassener, kontrollierter, ruhiger, besonnener. Und wir werden auch gesünder, denn die Hormone des Immunsystems hängen in ihrem Vorkommen unmittelbar mit Stress zusammen. Oxytocin sorgt somit für Schmerzreduktion, verringert die Gefahr an Autoimmunkrankheiten wie Krebs zu erkranken und senkt den Blutzuckerspiegel.

Wir werden durch die Produktion von Oxytocin auch eifriger, wissbegieriger, interessierter. Denn Oxytocin lebt in einer Wechselwirkung zu unserem Hippocampus, der für die tägliche Bildung tausender neuer Nervenzellen zuständig ist. Wir nennen diesen Vorgang Neurogenese. Mit der Zunahme der Oxytocin-Produktion entstehen mehr junge Neuronen, also Nervenzellen, die stets darauf warten, etwas Neues lernen zu dürfen.

Die Anzahl der Umarmungen, die wir täglich erhalten oder weitergeben, ist folglich irrelevant, so lange es hin und wieder geschieht, über uns kommt, uns eine Umarmung findet. Das ist die Übung. Umarme die Menschen um dich herum und lass dich umarmen, oft und gern. Für diese Übung braucht es keine Matte, keinen Hocker, kein Blatt Papier. Diese Übung ist. Sie lebt durch dich.